Working for accomodation // Tatahi Lodge

Mittwoch, 27. November 2013

Wir waren in Hahei gerade an unserem vierten Tag und hatten somit unsere letzte gebuchte Nacht dort vor uns und keinen Plan, wo es am nächsten Tag hingehen würde. Wir haben am Abend zuvor mal wieder sehr viele Wwoofing-Nachrichten geschrieben und sogar eine Zusage bekommen, aber keine weiteren Details und erstmal auch keine Antwort. Wir warteten und warten, als wir gerade die Chefin bei uns im Zimmer trafen, die fragte, was wir machen würden und wir so auf das Thema Wwoofing kamen. Sie meinte, sie würde dringend jemanden brauchen und ob wir nicht zwei Wochen bleiben könnten. Wir überlegten es uns und als wir noch keine Antwort von der Familie hatten und der Bus für den nächsten Tag ausgebucht war, sagten wir der Chefin für eine Woche in der Tatahi Lodge zu. Normalerweise hätten wir die Stelle nicht nur für eine Woche bekommen, aber da sie dringend wen suchten, sind wir dort so 'reingerutscht'. Die anderen, die dort zu der Zeit arbeiteten, waren für mehrere Monate dort. 
Wir dachten uns, dass es uns hätte schlimmer treffen können, was den Ort angeht und wir es deshalb prima noch eine Woche länger aushalten würden. Wir merken mit der Zeit, wie man sich doch freut, wenn man mal ein paar Tage länger an einem Ort bleibt. Es kommt zwar wieder ein Gewohnheitsgefühl und ein wenig Alltag vor, aber das ist zwischen viel Stress und Organisationschaos gar nicht mal soo schlecht. 

Die Tatahi Lodge bietet Unterkunft für den armen Backpacker wie auch für Menschen, die ihr Geld in der oberen Preisklasse ausgeben. Demnach gibt es die billigste Variante schon mit $30 für eine Nacht im Mehrbettzimmer. Es gibt drei sogenannte Dormrooms. Zwei Sechser- und ein Viererzimmer mit Stockbetten. Da wir in unserem bisherigen Backpackerleben nun doch zu keinem unerwarteten Reichtum gekommen sind, schliefen Marie und ich natürlich dort. Das Interessante dabei ist nämlich auch, dass man zwangsläufig immer neue Leute kennenlernt. Die sind dann zwar auch mal mehr und mal weniger nett, aber alles in allem doch eher nett. Und über Einsamkeit kann man sich nun ganz und gar nicht beklagen. Mir wurde es oft sogar eher zu viel des Guten. Besonders wenn man schon im Viererzimmer ist und dann ausgerechnet alle anderen zwei (bis auf Marie!) ständig in der Nacht aufstehen und sonstige Geräusche von sich geben. Die liebe Marie hatte es dann auch noch besonders gut getroffen mit einem Bett direkt an der Wand zum Aufenthaltsraum, an dessen Wand sich genau auf gleicher Höhe ein Fernseher befindet. Ganz zu schweigen von dem Krach, den eine ganze japanische Schulklasse oder wahlweise auch eine Gruppe feierlustiger Iren veranstaltet. 

So fingen wir Montag in der Früh um halb zehn mit der Arbeit an. Wir bezogen Betten, saugten und wischten. Nun mag sich das in einem Satz so einfach anhören, jeder der mal in einem Hotel gearbeitet hat, weiß aber dass dem nicht so ist. Wir lernten nach und nach alle Räume beziehungsweise abgetrennten Bereiche der Lodge kennen. Es gibt fünf Units, die je zwei Schlafzimmer beinhalten, sowie eine Küche, die in den Wohnbereich übergeht. Die zwei Studios bestehen aus Schlafzimmer und ein paar Extras wie einem Kühlschrank etc. pp. Dann gibt es ein Cottage bestehend aus zwei Schlafzimmern, relativ großem Wohnbereich und Küche. Alles sind für sich stehende Häuschen, die höchstens aneinander angrenzen. Ein eigener Außenbereich kommt auch noch dazu. Das Teuerste, was man wohl bekommen kann ist eine Art kleine Villa, wie sie dort genannt wird. Mit drei großen Schlafzimmern, Wohn- und Esszimmer und Küche, Veranda, etc. pp. Diese Bereiche sind alle wirklich gut und modern ausgestattet und befinden sich meiner Meinung nach irgendwo zwischen 3 und 4 Sternen. Aber das Wichtigste ist die Sauberkeit, richtig? Und da kommen Marie und ich wieder ins Spiel.
Anfangs machten wir Betten auf neuseeländische Weise, die sich schon etwas von der deutschen unterscheidet. Ich hatte schonmal ein Praktikum im Hotel gemacht... Aber grundsätzlich muss auch hier einfach alles absolut und wenn ich absolut sage, dann meine ich absolut ordentlich, geradlinig, gleichmäßig bis auf den Millimeter und auch sonst erbsenzählerisch knitterfrei und schnurgerade sein. Da ist das Umfalten der Laken und Decken zusammen mit dem Stopfen unter die Matratze noch das Einfachste. Wer das leicht findet, der hänge mal vier verschiedene Arten flauschiger Handtücher ordentlich auf. Also absolut richtig gefaltet, ohne irgendeine überstehende Kante, die sich natürlich beim Aufhängeprozess nie neu bilden. Das war immer ein Spaß, der nie länger als 15 Minuten pro Raum dauern durfte. Da war man froh, wenn man anfangen durfte zu saugen und zu wischen. 

Zuerst wurden immer die einzelnen Räume gemacht. Zahlst du mehr, traut es sich im Zweifelsfall keiner, dich aufs Einchecken warten zu lassen... Anschließend ging es dann über den Parkplatz/Hof in das größte Gebäude der Lodge, die Sektion mit den Backpackern. Auf der rechten Seite befinden sich die Dormrooms und ganz auf der Linken gibt es noch drei Zwei- bzw. Dreibettzimmer. Für die Dormrooms gibt es zwei Duschen sowie Toiletten, die trotz der kleinen Größe des Hostels fast durchgehend belegt sind und man morgens grundsätzlich früher aufstehen muss, weil man schonmal wartet, bevor man ins Bad kommt. Zwischen den beiden Bereichen mit den Schlafräumen befinden sich die Küche und der Aufenthaltsraum für alle. Draußen gibt es auch noch Tische und Sitzmöglichkeiten und eine tolle Aussicht. 

Es ist anscheinend eines der schönsten Hostels Neuseelands, wie uns mehrmals von länger Reisenden gesagt wurde. Da wir jeden Tag überall so gründlich putzten, war es auch immer wirklich sauber. Nach drei Stunden Arbeit waren wir fertig für den ersten Tag und bekamen die Unterkunft für umsonst. Das nennt sich dann 'working for accomodation'. 







1 Kommentar:

  1. Sarah, ich bin begeistert von Deinen informationsreichen Blogeinträgen. Toll,toll,toll!!! Wenn ich die Fotos sehe, komme ich mir fast ein bisschen "live dabei" vor. Ich denke ganz oft an Euch, schaue gefühlte 50 mal am Tag auf die Uhr und denke drüber nach, was ihr gerade so machen könntet. Euch beiden wünsche ich weiterhin eine traumhafte Zeit mit spannenden Erlebnissen. Ganz liebe Grüße aus dem fast verschneiten Bayern... Edy

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