There is no planet B. Wwoofing in Taihape

Mittwoch, 15. Januar 2014

Völlig erledigt, nach unserer langen Wanderung, kamen wir am 11.12. in Taihape an. Bereits bei unserer letzten Wwoofing-Familie in Tauranga regelten wir alles Wichtige mit der nächsten Familie. Vanessa und der jüngste Sohn Peter holten uns aus der Kleinstadt ab, die mehr oder weniger nur aus Fastfood-Läden besteht. Hier machen unmengen an Touristen auf der Durchreise eine Pause, da es so ziemlich die einzige Stadt im Umkreis ist.
Die Gegend ansich ist nicht weit vom National Park entfernt, wir fuhren vielleicht eine gute Stunde.. Die Landschaft änderte sich von weiten Wiesen und den Bergen am Horizont in Massen an grünen Hügeln. So viele habe ich noch nie auf einem Fleck gesehen. Wohin das Auge reicht. So auch um die Stadt herum. Das Häuschen von Vanessa und ihrem deutschen Mann Toby ist ca. 10 km von dort entfernt. Neben dem Häuschen steht ein alter Bus, den die beiden liebevoll in ein Zuhause für Gäste/Wwoofer umgebaut haben. Bis dahin hatten Marie und ich nur in richtigen Betten in Zimmern geschlafen. Wenn man ein knartschendes, fast auseinanderfallendes Stockbett mit gefühlt 2 cm dicker Matratze als solches bezeichnen darf...
Wir machten die Tür vom Bus auf und ich war erstmal nicht so begeistert. Nun, man sah, es war alles ganz bedacht vorbereitet. Ein großes Bett, Schreibtisch, Sitzgelegenheit, Steckdosen und Heizkörper. Doch musste ich gleich an die vielen Spinnen denken, die hier hineinkommen. An der Decke waren überall Weben. Gut, ich würde es überleben. Wir gingen erstmal mit Vanessa zu den vielen Hühnern, die in einem unüberdachten großen Gehege mit Wiese leben. Mitbewohner sind die Ziegen Lilly, Milly und Chilly. Wir gingen den Hügel hinauf und gleich hinter dem Tor kamen sie uns alle entgegen. Wir gaben ihnen den Biomüll und fütterten die Hühner mit ihrem Futter. Es waren sehr viele süße Küken dabei. Von Ziegen und Hühnern habe ich leider keine Fotos mehr machen können.
Anschließend ging es noch auf Eiersuche. Einige liegen draußen immer mal verstreut, aber die meisten sind in den Legekästen. Wir mussten das hintere Ende der Hühner mit der Hand hochschieben und die Eier aufsammeln. So toll fanden das die lieben Tierchen verständlicherweise nicht und Marie und mir war gleich klar, dass es keine neue Lieblingsbeschäftigung werden würde. Später am Abend lernten wir noch Toby und die zwei Teenagersöhne Oliver und Matthew kennen. Soweit war noch alles okay. Die Familie ist superlieb, keine Frage.
Dass es einen ziemlich unangenehmen Haken gibt, ahnten wir schon, als Vanessa zum Thema Spinnen meinte: 'Tja, ja, man steht dann auch so in der Dusche und zählt die Spinnen.. Aber sie bleiben normal, wo sie sind.' Klasseee. Naja, mit einer Spinne kann ich leben. Zwei sind auch noch okay. Über mehr kann man reden. Aber wirklich, mindestens 45 Spinnen an der Decke der Dusche.. Ich habe übrigens nicht nachgezählt.
Die nächsten fünf Tage arbeiteten wir von morgens bis mittags jeweils vier Stunden im Gartenshop. Vanessa und Toby haben eine Art Gärtnerei. Sie ziehen Planzen, Bäume und Blumen heran und verkaufen sie. So gab es natürlich jede Menge Unkraut. Wir zogen es aus den Töpfen und kratzten es von den Tischen, die die Pflanzen von unten bewässern. Manchmal war das Unkraut dreimal so groß wie die eigentliche Planze. Das ist zwar eine relativ anstrengende Arbeit, aber dennoch gut zu schaffen normalerweise. Ich bin auch nur einmal von einer Spinne gebissen worden. Da ist man dann schnell froh, dass man diese Arbeit nicht in Australien machen muss.
Meine körperliche Verfassung hat leider nicht so gut mitgespielt, weswegen es manchmal eine Quälerei war. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so schlimm Heuschnupfen gehabt zu haben. Vanessa meinte, es wäre seit Ewigkeiten der nasseste Frühling gewesen und deswegen würden die Gräser nur so sprießen. Schlimmste Heunschnupfensaison, na super. Ich bin ja nur zweifach positiv gegen Gräser allergisch.. Im Haus ging es zumindest, auch wenn ich fast ununterbrochen meine Nase putzen musste. Da wir aber eh vorhatten, anschließend nach Wellington zu gehen, machte ich mir nicht übermäßig Sorgen. Und das Thema Wwoofing war damit auch für den gesamten Sommer erstmal abgeschlossen.





Trotz der teilweise nicht so tollen Bedingungen, beschlossen wir, auf Haus, Tiere und Gärtnerei aufzupassen während Vanessa und Toby mit ihren Kindern für eine Woche an den Strand fuhren. Sie wollten am 24.12. wieder zuhause sein und mit uns Weihnachten verbringen. Sie ließen uns Geld und Essen für die Woche da und verabschiedeten sich. Marie und ich sollten die Pflanzen gießen, die Tiere füttern und die Ziege melken. So standen wir jeden Morgen gegen halb acht auf und gingen zum großen Auslauf für die 11 Enten. Wir gaben ihnen eine Schale Mais, füllten das Wasser auf, Sammelten die Eier ein und ließen die lieben Tierchen nach draußen. Sie dürfen tagsüber das gesamte Grundstück nutzen. So sieht man sie dann immer auf Nahrungssuche ganz brav hintereinanderher zwischen den Blumen watscheln. Einfach zuckersüß anzuschauen.
Eine Ente ist mit ihren Jungen zur Zeit noch in einem Käfig untergebracht. Die Kleinen bekommen spezielles Futter. Wir fütterten sie und schoben ihren Käfig auf dem Gras weiter, dass sie an das Grün kommen konnten. So machten wir es auch mit dem Kaninchen. Weiter ging es dann mit den Melkschüsseln hinauf zu den Ziegen. Weil Marie sich bessere Zeitgenossen als Ziegen vorstellen kann, übernahm ich das Melken. So einfach wie eine Kuh zu melken ist es nur leider nicht bei weitem. Lilly ist ziemlich clever und versucht auch gerne mal, ihr extra Futter abzustauben ohne sich melken zu lassen. Deswegen musste ich aufpassen, dass sie vernünftig steht und mich so hinsetzen, dass ich mit meiner Schulter unter ihrem Bauch saß. Wenn man nur einmal etwas unsicher ist und ihr nicht zeigt, dass man da ist, fängt sie an zu zicken. Toby meinte dann immer: 'Lilly, don't be stupid..' Das half nicht so viel und sie hat schon das ein oder andere Mal die Melkschüssel fast umgestoßen. Trotzdem mochte ich die Lilly sehr. Manchmal gab sie mir fast zwei Liter Milch. Das Schwerste war mehr oder weniger den Ziegenbock aus dem kleinen Stall herauszuhalten. Der wollte auch immer Futter und hat mich schon ganz schön zum Schwitzen gebracht. Nach den Ziegen waren dann noch die Hühner dran und anschließend wartete Lilly immer schon vor dem Tor, weil sie zum saftigen Gras außerhalb wollte. So schnallten wir sie an die Leine und gingen mit ihr spazieren. Wenn sie wollte, ließen wir sie ein wenig draußen im Gras stehen und sammelten sie mittags wieder ein. Eines der zwei Gewächshäuser musste morgens dann noch gegossen werden und damit waren wir dann relativ früh fertig. Nachmittags kamen manchmal ein paar Kunden, denen wir so gut es ging weiterhalfen und die Bezahlung regelten.
Gegen fünf mussten wieder gegossen werden. Alle Pflanzen, die nicht an das Wassersystem angeschlossen waren. Dies dauerte ungefähr eine Dreiviertelstunde und Marie übernahm es netterweise, weil ich nicht auch noch abends stundenlang draußen in den Gräsern stehen konnte. So kochte ich um die Zeit immer Abendessen für uns, backte Kekse etc. pp. Anschließend gingen wir zu den Hühnern, fütterten sie und sammelten die Eier ein. Die Enten bekamen wieder ihr Futter und warteten schon immer auf uns. Dann sperrten wir sie für die Nacht ein. Marie tauschte noch die Zahl an dem Schild aus, das sagte, wie oft man noch bis Weihnachten schlafen müsse. Man konnte es von der Straße aus sehen.
Dies zog sich so über die gesamte Woche. Zum Glück hatten wir WLAN. Ich genoss es, auch mal nicht so ein großes Programm jeden Tag zu haben. Obwohl wir uns nicht so sicher waren, kamen Vanessa und Toby nur einen halben Tag später als sie gesagt hatten am 24. spät abends aus dem Urlaub wieder. Sie sind auch erst 1 ½ Tage später losgefahren als geplant. Sie nehmen es mit allem nicht so genau. Auf die Frage, für was wir wieviel in der Gärtnerei verlangen sollten, gab Vanessa mir nur Richtwerte. Geld sei nur Geld. Nicht wichtig. Wir sollten nur gucken, dass die Pflanzen überleben. Was das angeht, kennen sich die beiden super aus. Sie lachen, wenn die Leute im Supermarkt unmengen an Geld für Gemüse ausgeben, dass sie sich kostenlos zuhause im Garten anpflanzen könnten. Vanessa versucht dahingehend positiv auf die Leute einzuwirken, umweltbewusster zu leben. Solang es Unternehmen wie Monsanto nicht auch noch verbieten, gibt es meiner Meinung nach kaum Ausreden, sich sein eigenes Essen nicht anzubauen.

Weihnachten ist in Neuseeland erst am 25. morgens. Die Familie hat sich nur dieses Jahr nicht beschenkt und auch sonst war es fast nur unweihnachtlich. Immerhin einen Baum gab es. Nachittags kamen die Großeltern und es wurde gegessen. Abends gab es dann Pavlova. Das schmeckt so ähnlich wie Baiser. Mir war es viel zu süß.






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An einem Tag waren wir noch in Feilding, der nächstgrößeren Stadt. Wir fuhren eine gute Stunde durch die Hügel und schauten uns anschließend die Christmas Parade der Stadt an. Das ist so ähnlich wie Faschingsumzug bei uns nur eben weihnachtlicher und sommerlicher natürlich. Weihnachtsmützen und Sonnenblumen..



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