Work For Accomodation // Aurora Backpackers // Beautiful Nelson

Sonntag, 23. Februar 2014


Die Zeit in Nelson ging rasend schnell vorbei. Ehe wir uns versahen, waren wir schon drei Wochen dort, dann vier, dann fünf. Die zwei Stunden Arbeit morgens vergingen wie im Flug. Wir konnten bis um halb neun schlafen, denn kostenloses Frühstück gab es bis neun. Da das Frühstück aber morgens auch auf den Tisch kommen muss, wechselten wir jeden morgen die verantwortliche Person, die am Abend vorher den Picknickkorb samt Cornflakes, Milch, Kaffee, Tee und Zucker mit nach oben in das Zimmer nahm und es morgens früh um halb sieben auf den Tisch stellte. Die Early Checkouts mussten dann noch gemacht werden, bis der Chef um kurz nach sieben kam. Ja, es gibt Leute, die morgens um halb sieben zur Weiterreise aufbrechen. …. Das sind einmal diejenigen, die in den Abel Tasman National Park fahren. Gut, der Shuttle fährt nur so früh. Und dann gibt es Leute, die es freiwillg machen. Der Intercitybus fährt wohl meistens so früh. Marie und ich sind jedes Mal froh, wenn wir von unausgeschlafenen Frühaufstehern hören, dass es den Nakedbus gibt. Jener fährt überwiegend zu humanen Zeiten.
Als Kaito und Iris mit der Zeit gingen, kamen erst der Inder Sagin und dann die Chinesen Karen und Benni. Ihre echten Namen sind jedoch nicht westlich. Viele Chinesen stellen sich mit einem klanglichen Synonym vor, damit sich auch 'Nicht-Asiaten' ihre Namen merken können. Wir verstanden uns weiterhin bis auf die ein oder andere Reiberei was Arbeitsmoral angeht sehr gut und fingen um kurz vor 10 mit der Arbeit an. Wir gingen hinunter in Kevins Internetcafe, was auch gleichzeitig als Rezeption für das Hostel fungiert. Er gab uns einen Zettel, wo alle (geplanten) Checkouts für den Tag draufstanden, damit wir wussten, wieviele Betten es zu beziehen gab. Meistens waren es so um die 25, an einigen Tagen noch 10 mehr. Zwei bis drei Leute übernahmen diese Aufgabe mit allem was dazu gehört, wie den Müll aus den Zimmern zu entfernen, die Oberflächen zu wischen und zu Staubsaugen. Dazu haben wir die gesamte Wäsche immer selbst gewaschen. Das hieß, die die Betten gemacht haben, gingen zuerst durch alle Zimmer und zogen die Betten ab. Meistens hatten Laura, Marie und ich diese Aufgabe, weil wir es am liebsten machten. Wenn das denn so einfach wäre. Wenn denn alle lieben Leute um 10 auschecken würden, wie es sich gehört. Das ist nun keine Kunst, es ist in jedem Hostel so. Aber nein. Die einen muss man wecken, die anderen muss man suchen, weil nicht genug Betten zum Abziehen vorhanden sind. Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass ein Bett weitergebucht ist, wenn irgendetwas draufliegt. Die, wo nichts drauflag, haben wir immer abgezogen, sofern es denn mit unserer Zahl auf dem Zettel übereingestimmt hat. Nicht selten mussten wir Kevin rufen, der oft auch nicht schlauer war als wir.
Die Waschmaschinen liefen den ganzen morgen. Wir hatten immer ein Auge darauf, wann sie fertig war, damit wir die nasse Wäsche aufhängen konnten und den Kreislauf am Laufen hielten. Wenn die Wäsche trocken war, legten wir sie zusammen. Wer von euch kann sonst noch ein Bettlaken ganz ordentlich zusammenlegen? Ich muss ja gestehen, dass ich es früher immer einfach in den Schrank geworfen habe... Und ehe wir uns versahen, war die nächste Maschine fertig und es wurde zur logistischen Meisterleistung, die Wäsche auf den vier vorhanden Leinen zu koordinieren. Das Betten machen war viel leichter als in Hahei, da die Ansprüche nicht so hoch waren, wir es aber doch ganz gut konnten.
Dann gab es noch die Aufgabe, die Küche zu reinigen. Das machten meist zwei Leute. Und die Bäder mussten natürlich auch geputzt werden. Da gehe ich nicht weiter ins Detail, da es jedem klar sein dürfte, was man da so sauber macht. Lisa fand die Arbeit in der Küche ganz toll und bei den Bädern wechselten wir meist rum oder suchten nach Freiwilligen.
Die Wäsche war das Zeitraubendste.. Manchmal mussten wir noch nachmittags waschen oder zumindest noch einiges zusammenfalten. So hofften wir jeden Tag auf gutes Wetter. Bei schlechtem mussten wir schonmal das ganze Hostel mit Laken zuhängen, da es in den Trocknern einfach lange dauert. Und an solchen Tagen entschlossen sich meist noch viele Gäste ihre Wäsche waschen zu wollen, sodass wir bis abends damit beschäftigt waren.
Aber dafür bekamen wir oft ein wenig extra Geld und wir machten es generell gerne für Kevin. Wir bekamen eine Stunde kostenlos WLAN pro Tag und durften im Cafe so lange an die PCs, wie wir wollten. Und das Beste war, jeden Tag zu hören: „Good job, guys!“ Netter Chef, dieser Kevin.

Wir fühlten uns wirklich wohl in Nelson. Das Hostel an sich ist etwas unübersichtlich, da es ein ziemlich altes Gebäude ist. Es gibt ein paar Doorms und ein paar Doublerooms. Das billigste ist 19 Dollar für ein Bett im Zehnerzimmer mit BBH-Card. Wir waren anfangs im Secherzimmer und wechselten später zusammen mit Lisa und Laura in ein Viererzimmer. Es war jeden Abend wie eine Übernachtungsparty.. Wir hatten ziemlich viel Spaß zusammen.

Als Anschauungsmaterial habe ich zum Hostel nicht ganz so viel. Wie das immer so ist. Man denkt, man hat noch ewig Zeit, Bilder zu machen und am letzten Tag, fällt einem ein, dass man ja mal noch Bilder machen wollte. Weil das Betten beziehen aber zu einem so großen Teil unseres Lebens hier in Neuseeland geworden war, wollten wir unbedingt ein paar Bilder haben. (Auch wenn diese nicht soo super sind, kann man sich doch vorstellen, was wir da so dauernd gemacht haben.)
PS: Sorry an die Person, dessen Unterwäsche da gerade auf der Leine hängt, während ich in den letzten 5 Minuten noch schnell ein Foto machen wollte.... 







Marie und ich lieben Nelson sehr. Es ist wie unser Zuhause in Neuseeland geworden. Die Stadt wirkt unglaublich schön und freundlich.









Kommentare:

  1. So ein schoener Post mal wieder Sarah! Und ich aerger mich nach wie vor immer, dass ich nicht so schoene Fotos mache und so witzige Texte schreibe.
    Aber gut, jetzt muessen wir uns dann wohl bald wieder aus der Buecherei entfernen...

    Es ist super hier mit dir, muss ich dir auch mal auf diesem Weg sagen ♥

    AntwortenLöschen
  2. Die Bilder sind richtig toll geworden!
    Liebste Grüße:)
    -
    http://bedeutungsvolle-momente.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
  3. Hallihallo, meine Liebe!♥

    Lange Zeit nichts mehr voneinander gehört - & was soll ich sagen?
    Ich bin froh, dass du dich gemeldet hast, denn vergessen hab ich dich nicht,
    ich habe gerade nur leider sehr viel um die Ohren. Du aber anscheinend ja auch!
    Ein Trip durch New Zealand, wie cool ist das denn? :D
    Diese Unterkunft und Arbeit klingt wirklich gut & Kevin, euer Chef, scheint ein
    echt netter Kerl zu sein! Kann man denn wirklich davon überleben?
    Ich werde eure Reise nun etwas aufmerksamer verfolgen!

    Ganz viel Spaß euch noch!
    elisa ♥

    AntwortenLöschen

Merci ♥